© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 32-10 vom 14. August 2010

Streitbarer Christdemokrat

Geboren wurde ich 1927 als polnischer Staatsangehöriger im evangelischen Pfarrhaus zu Znin, nordöstlich von Posen. Seit 1968 lebe ich in Hamburg. Zwischen Znin und Hamburg, mit den Stationen Thorn, Posen, Frankfurt an der Oder, Berlin-Ost und -West, führte mich mein Weg gen Westen.“ – Winfried Steffani, einer der bekanntesten Parlaments- und Pluralismus-Experten, hat erfahren, was es bedeuten kann, „in Polen als Deutscher mit polnischer Staatsangehörigkeit“ behandelt zu werden und in Deutschland „gelegentlich als deutschsprechender Pole“: So entstehe Minderheitenbewusstsein.

Steffani, zunächst Tischler und Innenarchitekt, hat dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund, dann dem Ring Christlich Demokratischer Studenten angehört. CDU-Mitglied war er – in einer Minderheitenposition – bis 1992. Dann trat er aus, weil ihm verwehrt wurde, die Mitgliederliste seines Ortsverbands einzusehen. Er wirkte in der Hamburger Enquêtekommission Parlamentsreform mit, welche die Aufnahme plebiszitärer Elemente in die Verfassung empfahl. Vor zehn Jahren, am 14. August 2000, ist Steffani verstorben.     Helmut Stubbe da Luz


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