© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 32-10 vom 14. August 2010

MELDUNGEN

Merkel-Haus in Elbing

Elbing – Das auffallend liebevoll renovierte Haus direkt gegenüber dem Bahnhof in Elbing ist ein Blickfang. Wer mit dem Zug in der alten Hansestadt ankommt, wird es in der Grunwald-Allee (Aleja Grunwaldzka) schnell entdecken, das sogenannte Merkel-Haus. Hier soll die Mutter der Kanzlerin, Herlind Kasner geborene Jentzsch, am 8. Juli 1928 geboren sein. Das jedenfalls behauptet ein Elbinger Taxifahrer. Ein deutschstämmiger Elbinger, der nach Kriegsende als 14-jähriger Vollwaise in einem polnischen Kinderheim untergebracht wurde, bestätigt: „Ja, die Großeltern der Kanzlerin haben dort gewohnt.“ Auch die Mutter der Kanzlerin, eine Lehrerin für Englisch und Latein, erklärte einmal in einem Interview: „Ich bin in Elbing geboren. Wir sind 1936 nach Hamburg gezogen.“ Das Haus aus dem Jahr 1897 ist 2009 komplett renoviert worden: Die Fassade, Türen und Fenster und auch die metallenen Balkongeländer strahlen in neuem Glanz und geben dem Haus ein markantes Erscheinungsbild. Dass die Kanzlerin den Ort ihrer Vorfahren schon einmal aufgesucht hätte, konnte keiner der befragten Elbinger bestätigen – jedenfalls nicht bei einem offiziellen Besuch.       Siegfried Schmidtke

 

Abriss der Actienbrauerei

Tilsit – In Tilsit ist damit begonnen worden, den roten Backsteinkomplex der Actienbrauerei zumindest teilweise abzureißen. Der stattliche Gebäudekomplex prägte über ein Jahrhundert das Panorama am Memelufer zwischen Fis­kalischem Hafen und Ragniter Straße. Er stellte ein markantes Zeugnis Tilsiter Industriearchitektur dar. Die Russen nahmen die Brauerei sogar in ihr Verzeichnis denkmalgeschützter Bauwerke auf. Allerdings bedeutete das keine Rettung vor der Spitzhacke. Deutsche Ziegel stehen nun mal hoch im Kurs bei den Häuslebauern und sind äußerst begehrt. Bürgerproteste und eine Strafanzeige der Stadtverwaltung zeigten bei der Eigentümerin der Immobilie wenig Wirkung. Sie habe die Baulichkeit 1998 ohne jede Auflage zur Denkmalspflege rechtmäßig erworben. Zudem sei baufälliges Mauerwerk auf das Nachbargrundstück gestürzt, weshalb die Abrissarbeiten der Sicherheit dienten. Mit dem Abriss wird ein weiteres Bauwerk aus dem historischen Stadtbild verschwinden. Die Actienbrauerei entstand 1871 und erzeugte jährlich 25000 Hektoliter Bier, vorwiegend nach Pilsener Art, bis wegen der Räumung der Stadt im Jahre 1944 der Betrieb eingestellt wurde.    H.Dz.


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